Typ-2-Diabetes | Apotheken-Depesche 9/2010

Welche Art von Screening lohnt sich?

Der Typ-2-Diabetes macht anfangs keine Symptome. Daher werden viele Fälle lange nicht erkannt und bei der Diagnose bestehen oft schon Spätschäden. Screening wird empfohlen, aber über die genauen Modalitäten herrscht Unklarheit.

Einer der Gesichtspunkte für die Wahl eines Screening-Programmes ist die Wirtschaftlichkeit („Kosteneffektivität“). Dieses Kriterium stellte eine angelsächsische Arbeitsgruppe bei der Analyse verschiedener Modelle zum Screening auf Typ-2-Diabetes, sowohl bei asymptomatischen Probanden als auch bei symptomatischen Patienten, in den Mittelpunkt.

Man simulierte auf der Basis echter Daten ein Kollektiv von 325 000 Personen im Alter von 30 Jahren und verglich (mit dem Archimedes-Modell) acht simulierte Screening-Varianten – sie unterschieden sich nach Alter beim Beginn des Screenings und Häufigkeit der Kontrollen – mit einer No-Screening-Strategie. Die virtuellen Patienten bekamen eine simulierte Standardtherapie. Zielkriterium waren die Inzidenz von Diabetes, makro- und mikrovaskuläre Komplikationen, Lebensqualität und Kosten.

Alle Screening-Strategien verminderten die Häufigkeit von Herzinfarkten und mikro­vaskulärer Diabeteskomplikationen und erhöhten die Zahl von Lebensjahren mit besserer Lebensqualität (QALY). Die meisten Strategien verhinderten etliche Todesfälle (zwei bis fünf pro 1000 Personen). Am preisgüns­tigsten war das Diabetes-Screening in der simulierten US-Bevölkerung, wenn es mit 30 bis 45 Jahren begann und alle drei bis fünf Jahre wiederholt wurde. WE

?! Die Screening-Kosten variieren stark zwischen einzelnen Ländern. So zahlt man in den USA für einen Blutzuckertest ein Vielfaches dessen, was in England berechnet wird. Auch die Frage, auf was alles getestet werden soll, bleibt vorläufig noch offen. Rutten G: Screening for type 2 diabetes – where are we now? Ebd. 1324-1325
Quelle: Kahn, R: Age at initiation and frequency of screening to detect type 2 diabetes: a cost-effectiveness analysis, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 375 (2010), Seiten: 1365-1374

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