Apotheken-Depesche 1/2017

Haarverlust bei Männern

Therapieoptionen bei androgener Alopezie

Die androgene Alopezie ist die häufigste Form des Haarverlusts und genetisch festgelegt. Zwar gibt es einige Möglichkeiten zur Behandlung, doch ist das Ansprechen oft variabel.

Typischerweise tritt bei Männern mit androgener Alopezie nach der Pubertät eine graduelle Ausdünnung des Kopfhaares im Vertex- und oberen Schläfen- und Stirnbereich ein. Anders als bei Telogen-Effluvium und Alopecia areata werden dabei i. d. R. keine ausgefallenen Haare bemerkt. Bei der Beratung des Patienten sollte die Erwartungshaltung realistisch gehalten werden. Der Patient sollte wissen, dass keine Behandlung den Prozess vollständig rückgängig machen kann und das Therapieansprechen variiert.
Hauptverantwortlich für den Haarverlust ist das Androgen Dihydrotestosteron, das mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase (5AR) aus Testosteron hervorgeht. 5AR-Inhibitoren wie Finasterid können daher das Haarwachstum fördern und der Alopezie entgegenwirken. Noch effektiver ist Studien zufolge der 5AR-Inhibitor Dutasterid, der allerdings nicht zur Behandlung der androgenen Alopezie zugelassen ist. Die häufigsten Nebenwirkungen von 5AR-Inhibitoren sind Änderungen in der Sexualfunktion, eine Vergrößerung der Brust und eine mögliche Erhöhung des Prostatakarzinomrisikos.
Einigen Untersuchungen zufolge sollen die 5AR-Inhibitoren vor allem das Risiko für schnell wachsende aggressive Prostatakarzinome erhöhen. Eine aktuelle Metaanalyse konnte diesen Zusammenhang allerdings nicht bestätigen. Beim Einsatz von Finasterid und Dutasterid ist ihr PSA-Spiegel-senkender Effekt zu beachten.
Weniger effektiv, aber sicherer ist der Einsatz von topischem Minoxidil. Nach dreimonatiger oraler oder topischer Behandlung kann der Therapieerfolg ausgewertet werden (idealerweise fotografisch). Eine weitere, aber kostspielige Option ist eine Haartransplantation. Die mit Abstand sicherste Maßnahme ist die Beschaffung eines Haarteils. OH

Gut zu wissen

Maus raus!
Eine prospektive Studie aus Boston fand in Schulgebäuden eine deutlich erhöhte Exposition mit Mausallergenen gegenüber dem Zuhause der Schüler. Eine besonders hohe Mausallergen-Exposition war assoziiert mit einem um 27% erhöhten Risiko für Asthmasymptome.
 
Schweißer leben gefährlich
Eine Assoziation von Schweißen und Parkinson- Erkrankung ist bekannt. Eine Ursache ist wahrscheinlich die mit den Schweißdämpfen verbundene Manganexposition. Dabei genügen auch Mangan-Werte unter den zulässigen Schwellenwerten, wenn die Arbeiter ihnen dauerhaft ausgesetzt sind, wie jetzt eine Studie mit 886 Schweißern herausfand. 15% von ihnen wiesen Parkinsonsymptome auf.

Quelle:

Clarke P: Male baldness. Aust Fam Physician 2016; 45(4): 186-8b



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ICD-Codes: L64

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