Dick dank Drängeln | Apotheken-Depesche 6/2017

Stetes Nachfragen nährt das Fettpolster

„Darf‘s noch etwas mehr sein?“ „Möchten Sie das Maxi-Menü für nur 30 Cent mehr?“ Fragen, die beim Einkauf jeder schonmal gehört hat. Derartige „Upselling“-Techniken von Verkäufern im Gastro-Gewerbe führen dazu, dass sich Menschen zusätzliches Fett anfuttern ... bis zu 2,3 kg pro Jahr, wie nun ein aktueller Bericht der Royal Society for Public Health im UK herausfand.

„Upselling“ bedeutet, dass Verkäufer im gastronomischen Gewerbe (und natürlich nicht nur dort) versuchen, eine größere als die eigentlich vom Kunden gewählte Portion zu verkaufen. Weil das häufig funktioniert, nimmt der Kunde/Gast mehr Kalorien zu sich als eigentlich geplant.
Alles „peanuts“? Beileibe nicht, denn dieser Upselling-Effekt führt tagtäglich zwar nur zu ein paar zusätzlich verzehrten Kalorien, aber über die Woche kann sich das auf ein Kalorien- Plus von 330 kcal addieren – und auf bis zu 17 000 kcal pro Jahr, was einer Gewichtszunahme von 2,3 kg entspricht.
Jeder wird durchschnittlich 106 Mal pro Jahr nach „etwas mehr“ gefragt. Besonders Kinder und Jugendliche zwischen 18 und 24 unterliegen einem großen Gastro-Upselling- Risiko, so die Royal Society for Public Health. Was kann man tun? Der Bericht fordert, Verkäufer in der Gastronomie nicht länger zum Upselling anzuhalten. Wenn überhaupt, dann sollte Upselling nur bei gesunden Lebensmitteln erfolgen. Da das alles wohl Wunschdenken bleiben wird, bleibt nur, der Risikogruppe und allen anderen klar zu machen, dass man auch mal „nein“ sagen muss ... CB

Quelle:

Rimmer A: Sixty seconds ... BMJ 2017; 358: j4212

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