Diabetes mellitus Typ 2 | Apotheken-Depesche 1/2019

Snacks besser am Nachmittag

Kleine Naschereien wollen sich auch Diabetiker nicht verbieten. Doch gibt es einen Zeitpunkt am Tag, wo solche Snacks den Blutglucosespiegel weniger stark beeinflussen?

Zehn japanische Wissenschaftler versuchten mit einer Cross-over-Studie, die Auswirkungen des Verzehrs kleiner Snacks zu verschiedenen Zeitpunkten bei Typ-2-Diabetikern zu ergründen. 17 Patientinnen und Patienten mit einem mittleren Alter von 67,4 Jahren nahmen an dem Versuch teil. Über vier Tage trugen sie ein CGM-System (CGM: continuous glucose monitoring), an Tag zwei und drei konsumierten sie alle identische Mahlzeiten, bestehend aus Frühstück (7 Uhr), Mittagessen (12 Uhr) und Abendessen (19 Uhr).
Die Hälfte der Teilnehmer konsumierte am zweiten Tag einen Snack, bestehend aus Keksen mit 75 kcal um 12:30 Uhr, am dritten Tag gab es den Snack um 15:30 Uhr. Die andere Hälfte bekam auch Kekse, nur in umgekehrter zeitlicher Folge. Die Glucoseparameter der beiden Interventionstage wurden daraufhin mit den Ausgangswerten verglichen.
Tatsächlich konnten Unterschiede festgestellt werden: Der Verzehr des Snacks am Nachmittag führte zu deutlich niedrigeren Standardabweichungen des Mittelwerts der Glucosekonzentration (MAGE). Der Mittelwert der gesamten Glucoseplasmakonzentration des Tages zeigte jedoch keine Unterschiede.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es für Typ-2-Diabetiker besser ist, Snacks bzw. ein Dessert nicht direkt nach dem Mittagessen zu verzehren, sondern einige Stunden zu warten. Denn der zeitliche Abstand kann helfen, postprandiale glykämische Ausschläge zu vermeiden. EG

Quelle:

Imai S et al.: Consuming snacks mid-afternoon compared with just after lunch improves ... Diabetes Metab 2018; Epub Nov 1; doi: 10.1016/j.diabet.2018.07.001

ICD-Codes: E11.9

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