Kasuistik | Apotheken-Depesche 5/2009

Schwarze Lymphknoten durch Tätowierungen

Ein 38-jähriger Patient stellte sich beim Arzt mit schmerzhaften, druckempfindlichen Knoten in den Achseln, die seit drei Monaten bestanden, vor. Sie wechselten in der Größe, der Durchmesser erreichte bis zu 2,5 cm. Die Anamnese war weitgehend unauffällig.

Die körperliche Untersuchung bestätigte die Knoten, ansonsten fiel auf, dass der Patient viele Tattoos an Armen, Brust, Bauch und Rücken hatte, manche 20 Jahre alt. Die Labortests waren unergiebig. Im Thorax-CT waren große axilläre Lymphknoten zu sehen. Drei Lymphknoten wurden entnommen und untersucht. Sie waren von dunkelgrauer Farbe, vereinbar mit Melanom. Die Histologie zeigte aber nur eine reaktive Lymphadenopathie. Viele Histiozyten enthielten ein schwarzes Pigment.

Die Knoten bildeten sich spontan zu­rück. Nur einmal im Verlauf der nächsten sieben Jahre kam es zu einer erneuen Schwel- lung.

Solche Lymphadenopathien können sich weit entfernt von einem Tattoo abspielen; sie können mit langer Latenz auftreten (auch wenn eine Tätowierung schon entfernt wurde). Es gibt Gemeinsamkeiten mit malignem Lymphknotenbefall; ein solcher muss deshalb immer ausgeschlossen werden. WE


Quelle: Kluger, N: Black lymph nodes-and a colourful skin, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 371 (2008), Seiten: 1214

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