Strahlenbelastung in utero | Apotheken-Depesche 12/2012

Negative Folgen für das Kind

Obwohl allgemein unterstellt wird, dass Strahlenbelastung im frühen Leben das Risiko für Krebs im Kindesalter, v. a. für Leukämie, erhöht, ist die Datenbasis dafür unbefriedigend.

Eine Forschergruppe ging der Problematik anhand der Daten einer großen britischen Fall-Kontroll-Studie zu Krebs im Kindesalter nach. Man erfasste dabei Bestrahlungen (ionisierende und Ultraschall) in utero sowie in den ersten 100 Lebenstagen der Kinder. Es kamen 2690 Fälle von Krebs im Kindesalter zusammen. Ihnen wurden 4858 Kontroll-Fälle zur Seite gestellt.

Eine Exposition gegenüber Ultraschall in utero erhöhte offensichtlich das Krebsrisiko nicht. Für alle Krebsformen ergab sich bei Röntgenbestrahlung eine Odds Ratio von 1,14 und für Leukämie eine OR von 1,36 – jeweils allerdings nicht statis­tisch signifikant. Bei Röntgenexposition in den ersten 100 Tagen ergaben sich leicht erhöhte Risikowerte für Krebs jeder Art und Leukämie (nicht signifikant), das Risiko für Lymphome wurde signifikant auf eine OR von 5,14 erhöht.

Die Autoren interpretieren die Ergebnisse dahingehend, dass (trotz zum Teil fehlender Signifikanz) ein einheitlicher Trend zu einem Krebsrisiko gegeben ist, und zwar bei Strahlendosen, die deutlich niedriger liegen als die bei den heute so beliebten Computertomographien. Man müsse daher sehr zurückhaltend mit radiologischen Untersuchungen im Bereich von Bauch und Becken gravider Frauen und bei kleinen Kindern sein. WE


Quelle: Rajaraman P et al.: Early life exposure to diagnostic radiation and ultrasound scans and risk of childhood cancer: case-control study, Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe 342 (2011), Seiten: 424

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