Demenz im hohen Alter | Apotheken-Depesche 5/2009

Körperliches Training ist gut für die Kognition

Koreanische Sportmediziner untersuchten in einer randomisierten, kontrollierten Studie den Einfluss eines aeroben Bewegungsprogramms auf Kognition, Alltagsaktivitäten und körperliche Fitness von Demenzpatienten in höherem Alter. Lassen sich durch ein regelmäßiges Bewegungstraining auch kognitive und funktionelle Parameter verbessern?

Von 30 Frauen mit einer „senilen Demenz“ (MMST: 10-26 Punkte) im Alter über 60 Jahren nahmen 15 an einem Trainingsprogramm teil und 15 bildeten die Kontrollgruppe. Die Trainingsgruppe absolvierte ein Jahr lang zwei- bis dreimal pro Woche ­aerobe Trainingseinheiten von 30 bis 60 Minuten Länge. Die kognitive Funktion, Alltagsaktivitäten und verschiedene Parameter der Übungskapazität wurden zu Beginn, nach sechs und nach zwölf Monaten kontrolliert. Die kognitive Funktion wurde dabei mit dem Mini-Mental-Status-Test (MMST) bestimmt, einem für den klinischen Alltag geeigneten Screening-Verfahren.

Die Patienten in der Trainingsgruppe profitierten im Vergleich mit der Kontrollgruppe signifikant: Der durchschnittliche MMST-Punktwert stieg von 14,53 auf 17,47 nach einem Jahr, der Score für die Alltagsaktivitäten nahm zum Vorteil der übenden Frauen deutlich zu (von 14,40 auf 17,53). Darüber hinaus konnten die Frauen der Trainingsgruppe wie erwartet ihre kardiopulmonale Leistungsfähigkeit signifikant verbessern, ihre Muskelkraft stärken und die Ausdauer vergrößern. Zudem besserten sich Bewegungsfähigkeit, Balance und Agilität in der Interventionsgruppe deutlich stärker. Offen bleibt jedoch in dieser Untersuchung der Einfluss auf die Lebensqualität. EJW


Quelle: Kwak, YS: Effect of regular exercise on senile dementia patients, Zeitschrift: INTERNATIONAL JOURNAL OF SPORTS MEDICINE, Ausgabe 29 (2008), Seiten: 471-474

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