Apotheken-Depesche 6

Weniger Frieren – mehr Fett

Klimawandel führt zu mehr Diabetes

Kälte hilft bei der Fettverbrennung und trägt auch zu einer verbesserten Insulinresistenz bei. Tatsächlich ist der Effekt groß genug, dass die weltweite Klimaerwärmung einen messbaren Beitrag zur steigenden Diabetes-Prävalenz leistet.

Ist der Körper kalten Außentemperaturen ausgesetzt, wird das sogenannte braune Fettgewebe (brown adipose tissue, BAT) zur Wärme- Erzeugung aktiviert. Die dafür aufgewendete Energie wird aus durch die aus der Nahrung aufgenommene Glucose aufgefüllt – somit bleibt weniger Zucker für die Energieversorgung anderer Gewebe übrig, und es wird entsprechend mehr Körperfett verbrannt. Wird also weniger gefroren, steigen (dieser Theorie zufolge) die Diabetes- und Adipositasraten an. Dies bestätigte nun eine Analyse weltweiter Prävalenzdaten der Jahre 1996 bis 2009.
Pro Temperaturanstieg um 1°C wurde unter Berücksichtigung des Einflussfaktor Alter ein Anstieg der Diabetesinzidenz von 0,314 pro 1000 Personen beobachtet. Ausgehend von einer Populationsgröße von 322 Millionen US-Amerikaner im Jahr 2015 entspricht dies 100 000 zusätzlichen Diabetesfällen pro Jahr. Global gesehen nahm die Prävalenz der Glucoseintoleranz pro 1°C Temperaturanstieg um 0,17% zu. OH

Quelle:

Blauw LL et al.: Diabetes incidence and glucose intolerance prevalence increase with higher ... BMJ Open Diabetes Res Care 2017; 5:e000317



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ICD-Codes: E10 E11

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