Apotheken-Depesche 1-2/2018

Vanille, Zimt und Menthol

Giftige Geschmacksstoffe in E-Zigaretten

Die meisten Nutzer von E-Zigaretten erliegen der Fehlannahme, dass das Dampfen eine vergleichsweise harmlose Alternative zur Zigarette darstellt. Geworben wird dabei mit attraktiven Geschmacksvarianten, wie „Cotton Candy“ oder „Tutti Frutti“. Gerade die Geschmackszusätze können die Lunge aber schädigen.

An zwei humanen Zelllinien wurden die Wirkungen von nikotinfreien E-Zigaretten-Mischungen (sogenannte „E-Liquids“) mit zehn unterschiedlichen Geschmacksstoffen untersucht: Diacetyl, Cinnamaldehyd, Acetoin, Pentanedion, O-Vanillin, Maltol und Coumarin. Analysiert wurden die Endpunkte Zytotoxizität, IL-8-Spiegel und die Produktion reaktiver Sauerstoffradikale (ROS) als Marker für den oxidativen Stress. Die Forscher exponierten die Zellen mit 10 bis 1000 μg der verschiedenen E-Liquids mit einzelnem Geschmacksstoff oder Geschmacksmixtur (E-Zigaretten enthalten 10 bis 40 mg/ml). Dabei zeigte Cinnamaldehyd (Zimt-Geschmack) von allen Geschmacksrichtungen in beiden Zelllinien die größte Zytotoxizität, gefolgt von O-Vanillin (Vanille) und Pentanedion (Kaffee).
Alle zehn getesteten Geschmacksstoffe führten zu einer signifikanten ROS-Produktion, ebenso wie viele der Mischungen. Auch ein signifikant erhöhter IL-8-Spiegel wurde bei vielen Stoffen gesehen. OH

Quelle:

Muthumalage T et al.: Inflammatory and oxidative responses induced by exposure to commonly used e-cigarette ... Front Physiol 2018; 8: 1130



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