Gonarthrose | Apotheken-Depesche 6/2014

Die Psyche moduliert den Knieschmerz

Über Knieschmerzen klagen fast 50% der Menschen im Alter über 50 Jahren. Meist steckt eine organische Ursache dahinter, aber auch psychische Faktoren scheinen eine Rolle in der Wahrnehmung der Beschwerden zu spielen.

Auslöser von Knieschmerzen im fortgeschrittenen Alter ist meist eine Arthrose des Gelenks. Ein Rückgang dieser Beschwerden wurde mit einem günstigen Verlauf in Verbindung gebracht, mani- festiert in einer Zunahme des Querschnitts des M. vastus medialis, einer Abnahme des Verlusts an Knorpel und einer selteneren Vornahme von Gelenkersatzoperationen. Diese Beobachtungen un- terstreichen die Bedeutung der Analgesie am Knie. Der Knieschmerz hängt allerdings nicht allein von strukturellen Veränderungen am Gelenk ab. Psychosoziale Faktoren spielen dabei durchaus mit. Diesen Zusammenhängen ging eine australische Arbeitsgruppe mit Hilfe eines Literatur-Reviews nach. Von 16 einschlägigen Studien wiesen neun eine hohe methodische Qualität auf. Eine stark ausgeprägte Evidenz wurde für den Zusammenhang zwischen Gonarthrose-Beschwerden und Depression festgestellt. Für eine Korrelation zwischen den Schmerzen und Angststörung oder mentaler Einschränkung sprachen die Daten nicht. Dass eine Erkrankung an Depression für Knieschmerz eine Rolle spielt, scheint damit eindeutig zu sein. Die Autoren empfehlen, biopsychosoziale Ansätze in das therapeutische Konzept der Behandlung von Knieschmerzen einzubeziehen. Die Ausschöpfung dieser Option kann zur Einsparung von Analgetika und damit zur Reduktion ihres Nebenwirkungsrisikos führen.WE


Quelle:

Phyomaung PP et al.: Are depression, anxiety and poor mental health risk factors for knee pain? A systematic review. BMC Musculosceletal Disorders 214, 15: 10 (Epub)

ICD-Codes: M17.

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