Apotheken-Depesche 1-2/2018

Traditionelle chinesische Medizin

CV-Risken bei Typ-2- Diabetes reduzieren

Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht stellen eine Gefahr für die Herz-Kreislauf-Gesundheit dar – im Besonderen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes. Eine chinesische Studie verglich eine pflanzliche Zubereitung der traditionellen chinesischen Medizin mit Metformin und stellte fest, dass sie eine vielversprechende Behandlungsoption sein könnte.

Die randomisierte, multizentrische Studie wurde in neun Forschungszentren in China durchgeführt. 450 Patienten zwischen 18 und 70 Jahren nahmen teil. Alle litten unter Typ-2-Diabetes und einer Dyslipidämie, die nicht durch Ernährung oder körperliche Aktivität gebessert werden konnte. Über 48 Wochen erhielt eine Gruppe Jiangtangtiaozhi-Dekokt (JTTZF), die andere Metformin. Alle Patienten erhielten zusätzlich einmal täglich Gliclazid Retardtabletten, wenn ihr HbA1c nach 24 Wochen mehr als 7% betrug, sowie zwei Mal täglich Bezafibrat, wenn die Triglyzeridwerte mehr als 5,65 mmol/l erreichten.
JTTZF reduzierte in Woche 48 den mittleren HbA1c-Wert auf 7,30%, Metformin auf 7,23%. In der JTTZF-Gruppe erreichten 46% das HbA1c- Ziel (< 7%) und in der Metformin-Gruppe 41%. Im Vergleich zu Metformin reduzierte JTTZF die mittleren Konzentrationen von Triglyzeriden nicht signifikant, aber mehr Patienten in der JTTZF-Gruppe erreichten die Zielwerte für Triglyceride (42% vs. 28%) und Gesamtcholesterin (78% vs. 69%). Außerdem verringerte die Einnahme des chinesischen Dekokts Taillenumfang, Körpergewicht und BMI deutlicher als Metformin. Unerwünschte Wirkungen traten bei vier Patienten (2%) der JTTZF-Gruppe und bei sechs Patienten (3%) der Metformin- Gruppe auf. In beiden Gruppen kam es nicht zu schweren Hypoglykämien. EG

Quelle:

Tian J X et al.: Efficacy of chinese herbal medicine compared with metformin … Lancet Diabetes & Endocrinology 2016; 4: 30




ICD-Codes: E11

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