Euphorbia helioscopia | Apotheken-Depesche 9/2005

Blasen durch Wolfsmilchgewächs

Das unscheinbare Aussehen der als Unkraut vorkommenden Wolfsmilchgewächse führt vor allem bei Kindern immer wieder zu Vergiftungen und toxischen Dermatitiden.

Ein siebenjähriger Junge wurde in die Klinik gebracht, weil in seinem Gesicht streifenförmige erythematöse Ausschläge aufgetreten waren, teilweise mit Blasenbildung. Das Kind erschien ansons­ten gesund. Als Auslöser erwies sich der Kontakt mit Euphorbia helioscopia, der Sonnenwend-Wolfsmilch. Die toxische Phytodermatitis wurde mit einer kortikoidhaltigen Lotion behandelt und heilte ohne Narbenbildung aus.

Giftig sind alle Pflanzenteile der Wolfs­milch, sogar trockene. Typischerweise tritt die Kontaktdermatitis mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Stunden auf, wobei der Höhepunkt manchmal erst nach 24 Stunden erreicht ist. Der Kontakt des Milchsaftes mit den Augen kann zur Erblindung führen. Nach oraler Aufnahme können Magenschmerzen, blutige Durchfälle, kardiale Arrhythmien und Bewusstseinsstörungen auftreten. Größere Mengen können auch zum Tod führen. (EH)


Quelle: Wilken, K: Toxische Phytodermatitis nach Kontakt mit Euphorbia helioscopia L. (Sonnenwend-Wolfsmilch), Zeitschrift: Der Hautarzt, Ausgabe 21 (2005), Seiten: 01-06

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