Apotheken-Depesche 5/2011

Nagelmykosen

Harnstoff zur schmerzfreien Ablösung von infiziertem Nagelmaterial

Viele Menschen mit einer Onychomykose wenden sich an die Apotheke und erwarten dort kompetenten Rat. Eine sinnvolle und effiziente Empfehlung ist es, zunächst das kranke Nagelmaterial mit einer hochkonzentrierten Harnstoffsalbe abzulösen und dann die antimykotische Therapie zu beginnen.

Etwa 12% der Menschen in Deutschland sind von einer Nagelmykose betroffen, darunter viele Diabetiker, Ältere und Patienten mit Durchblutungsstörungen. Die häufigs-ten Erreger sind Trichophyton rubrum und T. interdigitale. Das Fundament der meist langwierigen Therapie bildet eine lokale Intervention, die ggf. mit einer systemischen antimykotischen Therapie kombiniert wird. Eine systemische Behandlung ist indiziert, wenn mehr als drei Nägel befallen oder mehr als die Hälfte der Nagelflächen betroffen sind.

Bei der lokalen Therapie muss zunächst das kranke Nagelmaterial entfernt werden. Dazu kann den Kunden eine 40%ige Harnstoffsalbe mit okklusiven Pflastern empfohlen werden. Sie ermöglicht eine effizientere Behandlung der Onychomykose, da der Pilz im Anschluss an die Nagelablösung schneller, gründlicher und nachhaltiger beseitigt werden kann. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, darf die Harnsäurekonzentration der Salbe jedoch nicht unter 40% liegen.

Die Behandlung mit Harnstoff ist schmerzfrei und atraumtisch. Die Behandlung löst nur vom Pilz infizierten Nagelteile auf, gesunde Nagelbereiche werden geschont. Die Harnstofftherapie sollte i.d.R. über 1-3 Wochen durchgeführt werden, sie kann aber auch verlängert bzw. beliebig oft wiederholt werden – solange, bis der kranke Nagel vollständig entfernt ist. Anschließend kann mit der antimykotischen Therapie z. B. mit Bifonazol oder Ciclopriroxolamin begonnen werden. MW




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