Apotheken-Depesche 3/2017

Langsam akklimatisieren

Anden: Höhenkrankheit vermeiden

Aufgrund der Geografie der Länder – ein rascher und steiler Anstieg vom Meer sowie die Höhenlage verschiedener Großstädte wie Cusco in Peru, La Paz in Bolivien und Quito in Ecuador – kommt es bei Besuchern relativ häufig zur Höhenkrankheit.

„Die Höhenkrankheit entsteht durch Sauerstoffmangel und tritt oft dann auf, wenn Reisende nicht ausreichend akklimatisiert sind“, erklärt Prof. Tomas Jelinek, Stuttgart. Der Sauerstoffmangel wird durch den abnehmenden Sauerstoffpartialdruck verursacht, der mit ansteigender Höhe auftritt. Die häufigste und mildeste Form der Höhenkrankheit ist die Acute Mountain Sickness (AMS) mit den typischen Symptomen Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Appetit- und Schlaflosigkeit sowie leichte Atemnot. Ohne weiteren Aufstieg klingt die AMS in der Regel nach zwei bis drei Tagen ab.
Bei der schweren akuten Höhenkrankheit verschlechtern sich die Symptome trotz Ruhephase. Atemnot und Husten nehmen zu und können zu einem Hirn- oder Lungenödem führen. Symptome sind hier u. a. Verwirrtheit, Gleichgewichtsstörungen, schwallartiges Erbrechen und eine Bewusstseinstrübung. Hier hilft nur der sofortige Abstieg.
Selbst vollständig gesunde und trainierte Menschen können Symptome einer Höhenkrankheit entwickeln, wenn sie zu rasch in Höhen über 2000 Meter aufsteigen.
Beste Vorbeugung der Höhenkrankheit ist eine langsame Akklimatisation, also ein langsames Gewöhnen an die Höhe. Jedoch liegen in Südamerika viele Flugziele bereits über 2500 Meter. So hat La Paz in Bolivien hat mit El Alto den höchsten Flughafen der Welt auf 4200 Metern. „Wir raten allen Reisenden deshalb dazu, die ersten Tage in größerer Höhe zur Akklimatisation zu nutzen, mit wenig Bewegung, viel Flüssigkeit und ausreichend Schlaf“, erklärte Jelinek.
Wer nach der Akklimatisation in den Anden zum Trekking und Bergsteigen aufbricht, sollte ein paar einfache Regeln beachten: Bei Mehrtagestouren sollte der Schlafplatz immer niedriger als der höchste Punkt der Tagesetappe und nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter höher als am Vortrag liegen.

Quelle:

Pressemitteilung des Centrum für Reisemedizin, Stuttgart, vom März 2017




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