Onkologie

Feine Spürnasen
Hunde erschnuppern Melanome

Über die Haut sondert der Mensch konstant flüchtige organische Verbindungen ab (volatile organic compounds, VOC). Das natürliche VOC-Profil ändert sich, wenn Erkrankungen auftreten. Diese feinen und hochspezifischen Unterschiede lassen sich auch zur Detektion von Melanomen nutzen – mithilfe geschulter Hunde.

Quelle: Willis CM et al.: Invasive melanoma in vivo can be ... Br J Dermatol 2016; 175(5): 1020-9

HIV-Infektion und Kaposisarkom
Langzeit-Suppression der Virus-Replikation ist essenziell

Das Kaposisarkom (KS) ist bei HIV-positiven Patienten häufig, auch bei jenen, die eine kombinierte antiretrovirale Therapie (cART) erhalten. Eine frühere Analyse einer großen US-Kohorte ergab eine sehr hohe Inzidenz von KS in den ersten sechs Monaten nach Beginn der cART, die dann aber in den Folgejahren deutlich abnahm.

Quelle: Bohlius J. on behalf of the Cancer Project Working Group: Changing incidence and risk factors for Kaposi Sarkoma by time since starting ... Clinical Infectious Diseases 2016; 63 (10): 1373-9

Neue Therapieoption beim Multiplen Myelom
Ixazomib: Erster oraler Proteasom-Inhibitor

Mit Ixazomib ist in Europa erstmals ein Proteasom-Inhibitor für die Behandlung des Multiplen Myeloms auf dem Markt, der oral eingenommen wird.

Quelle: Pressekonferenz:„Einfach wirksam. Ninlaro® (Ixazomib). Neue orale Therapieoption zur Behandlung des Multiplen Myeloms“, 15.12.2016, Berlin; Veranstalter Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG Ixazomib: Ninlaro®

Vorsorge beim kolorektalen Karzinom
ASS: Mindestens 6 Jahre, mindestens 160 mg/Woche

Dass die gute alte Acetylsalicylsäure (ASS) auch onkoprotektive Wirkungen hat, wurde schon in mehreren Studien gezeigt. Wie lange man aber welche ASS-Dosis nehmen muss, um in den Genuss des Krebsschutzes zu kommen, war bislang unklar. Daher analysierte man nun eine große Kohorte von Mitarbeitern des Gesundheitswesens in den USA.

Quelle: Cao Y et al.: The population impact of long-term use of aspirin and risk of cancer. JAMA Oncol 2016; 2(6): 762-9

Psoriasis-Arthritis
Je nach Medikation mehr Karzinome

Rheumatoide Arthritis und Psoriasis gehen bekanntermaßen mit einem erhöhten Risiko für Malignität einher. Wie hoch das Risiko bei Psoriasis-Arthritis ausfällt, hängt einer aktuellen Studie zufolge unter anderem von der Art der Therapie ab.

Quelle: Hagberg WK et al.: Rates of cancers and opportunistic infections in patients with psoriatic arthritis ... J Clin Rheumatol 2016; 22(5): 241-7

Müdigkeit wegen Chemotherapie
Tai Chi macht Krebspatienten munter

Eine Krebserkrankung und damit verbundene Chemo- oder Strahlentherapien führen bei der Mehrheit der Patienten zu einer dauerhaften körperlichen und geistigen Ermattung. Diese krebsbedingte Müdigkeit wird in erster Linie mit körperlichem Training behandelt. Noch effektiver ist nach einer aktuellen Studie sanftes Training mit Tai Chi.

Quelle: Zhang LL et al.: Tai Chi Exercise for cancer-related fatigue in patients with lung cancer ... J Pain Symptom Manage 2016; 51: 504-11

Immunsuppression und Melanome
Mehr Naevi, aber nicht mehr Melanome

Nach Beginn einer immunsuppressiven Therapie wird häufig eine Zunahme von Naevi in kurzer Zeit beobachtet. Bedeutet das auch ein erhöhtes Melanom-Risiko?

Quelle: Koseoglu G et al.: Dermoscopic changes ... J Am Acad Dermatol 2015; 73(4): 623-9

Multiples Myelom
Trotz Therapiefortschritten meist unheilbar

Das multiple Myelom entsteht in der „Körper-Nische“ Knochenmark durch Proliferation von klonalen Plasmazellen. Die Symptome können unspezifisch sein, die Diagnostik hingegen kommt der Erkrankung zumeist schnell auf die Spur. Im Zentrum der Therapie steht die autologe Stammzelltransplantation und die Frage, ob der Patient hierfür geeignet ist.

Quelle: Rölling C et al.: Multiple myeloma. Lancet 2015; 385: 2197-208

Lungenkrebs
Was ist schuld, wenn nicht Rauchen?

Der stärkste Kausalfaktor für ein Bronchialkarzinom ist das Rauchen, aber weltweit treten 10 bis 35% der Tumoren bei lebenslangen Nichtrauchern auf. Diese werden inzwischen als eine besondere Entität angesehen.

Quelle: Couraud S et al.: BioCAST/IFCT-1002: epidemiological and molecular features of lung cancer ... Eur Respir J 2015; 45: 1403-14

Nach „Schema WHO" therapieren reicht nicht
Onkologisch bedingter Knochenschmerz

Wenn Krebspatienten unter Schmerzen leiden, dann sind diese in den allermeisten Fällen von Knochen verursacht. Knochenmetastasen verursachen bei etwa einem Drittel der Patienten akute oder chronische Schmerzen. Bei der Behandlung dieser onkologischen Schmerzpatienten gelten im Wesentlichen die Grundsätze der allgemeinen Schmerztherapie. Aber es gibt auch einige Besonderheiten.

Quelle: Kane CM et al.: Cancer induced bone pain. BMJ 2015; 350: h315

Malignes Melanom
In Schwangerschaft nicht bösartiger als sonst

Frühere Studien legten den Verdacht nahe, dass ein malignes Melanom während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden sein könnte. Insgesamt gilt die Datenlage als kontrovers. Eine schwedische Studie schaffte nun Klarheit.

Quelle: Johansson A et al.: Mortality in women with pregnancy-associated malignant melanoma. J Am Acad Dermatol 2014; 71: 1093-101

Aktuelle Zwei-Jahresdaten
Trastuzumab s.c.

HER2-positive Mammakarzinome werden standardmäßig ein Jahr lang mit intravenösem Trastuzumab (ivT) behandelt. Jetzt wurden die Zwei-Jahres-Daten der neu zugelassenen subkutanen Trastuzumab- Formulierung (scT) veröffentlicht (HannaHStudie).

Quelle: Jackisch C et al.: Subcutaneous versus intravenous trastuzumab in early breast cancer: 2-year follow-up of HannaH. Poster P201; St. Gallen International Breast Cancer Conference 2015, Wien, 18.-21.3.2015

Jetzt Berufskrankheit
Hautkrebs durch Sonnenstrahlung

Seit dem 1. Januar 2015 können bestimmte Formen des weißen Hautkrebses, die durch Sonnenstrahlung verursacht werden, als Berufskrankheit anerkannt werden: Plattenepithelkarzinome sowie ihre Vorstufen, die aktinischen Keratosen und das Bowenkarzinom.

Kolorektales Karzinom
Zeitgemäßes Screening im Test

Die „Vorsorge“ auf Dickdarmkrebs mittels Koloskopie erfreut sich keiner besonderen Beliebtheit und der Test auf okkultes Blut ist nicht herausragend treffsicher. Im Zeitalter der molekularen Diagnostik sollte es Alternativen geben.

Quelle: Imperiale TF et al.: Multitarget stool DNA testing for colorectal-cancer screening. N Engl J Med 370 (2014) 1287- 1297

Einheimische und Einwanderer betroffen
Chronische Hepatitis B: Nicht nur in der Leber drohen Tumoren

Zwei Professoren für „Familienmedizin“ der Universität von Lund, Schweden, haben mit einem schwedischen Kollegen Zusammenhänge zwischen chronischer Hepatitis B und Tumor-Inzidenzen analysiert.

Quelle: Sundquist K et al.: Risk of hepatocellular carcinoma and cancers at other sites among patients diagnosed with chronic hepatitis B virus infection in Sweden. J Med Virol 86 (2014) 18-22

Prostatakarzinom
PSA-Screening auch noch nach 60?

Zu den umstrittenen Früherkennungsmaßnahmen gehört das PSA-Screening. Man kann damit zwar die Prostatakarzinom-Mortalität reduzieren, aber um den Preis von Überdiagnostik und Übertherapie.

Quelle: Carlsson S et al.: Influence of blood prostate specific antigen levels at age 60 on benefits and harms of prostate cancer screening: population based cohort study. BMJ 348 (2014) 11

Lungenkrebs
Energie gespart – am Krebs gestorben

Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs. In Europa wird es für 9% der Todesfälle durch die maligne Lungenerkrankung verantwortlich gemacht.

Quelle: Milner J et al.: Home energy efficiency and radon related risk of lung cancer: modelling study. BMJ 348 (1 Feb 2014) 13

Nicht nur febrile Patienten in Gefahr
Leukämie? Der Verdachtsfall kann ein Notfall sein

Der Leiter der Hämatologie, Universität Cambridge, erläutert mit zwei Kollegen und einem „general practitioner“, was dem Hausarzt obliegt, sobald er Verdacht auf Leukämie zu schöpfen beginnt. Dazu gehört in verschiedenen Fällen, z. B. bei ernsten Zytopenien, der Anruf beim Hämatologen wegen sofortiger Klinikaufnahme.

Quelle: Grigoropoulos NF et al.: Leukaemia update. Part 1: diagnosis and management, Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe 346 (2013), Seiten: f1660; doi: 10.1136/bmj.f1660

Mammakarzinom
Bergen Antihypertensiva ein Krebsrisiko?

Angesichts des massenhaften Einsatzes von Antihypertensiva sollte man wissen, ob sie das Risiko für Brustkrebs erhöhen.

Quelle: Li CI et al.: Use of antihypertensive medications and breast cancer risk among women aged 55 to 74 years. JAMA Intern Med 173 (2013) 1629-1637

Mammakarzinom
Mit Ernährung gegen Krebs kämpfen?

Immer wieder werden potenzielle Patienten ermahnt, sich „gesund“ zu ernähren. Was man damit tatsächlich erreicht, ist nicht so ganz klar, vor allem wenn es um Krebs geht.

Quelle: Vrieling A et al.: Dietary patterns and survival in German postmenopausal breast cancer survivors. Br J Cancer 108 (2013) 188-192

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