Gynäkologie

Netzwerk-Metaanalyse zu Antiepileptika in der Schwangerschaft
CAVE: Fehlbildungsrisiko teils stark erhöht

Bei Schwangeren kann die Antiepileptika-Therapie das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und Fehlgeburten erhöhen. Bei geschätzten 4% bis 8% der in utero exponierten Kinder kommt es zu angeborenen Fehlbildungen. Eine multidisziplinäre Forschergruppe in Toronto und Ottawa untersuchte anhand einer Übersichtsarbeit und einer vergleichenden Netzwerk-Metaanalyse nun die Sicherheit verschiedener Antiepileptika im Hinblick auf Fehlbildungen der Neugeborenen und Spontanaborte.

Quelle: Veroniki AA et al.: Comparative safety of anti-epileptic drugs during pregnancy: a systematic review and network meta-analysis of congenital malformations and prenatal outcomes, BMC Med 2017; 15(1): 95 [Epub 5, Mai; doi: 10,1186/s12916-017-0845-1]

Sport in der Schwangerschaft
Kein erhöhtes Frühgeburtsrisiko

Immer noch wird vielen Schwangeren empfohlen, sich körperlich zu schonen. Italienische Wissenschaftler konnten nun mithilfe einer systematischen Literaturanalyse belegen, dass ein aerobes Trainingsprogramm keine ungünstigen Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf hat.

Quelle: Di Mascio D et al.: Exercise during pregnancy in normal-weight women and risk of preterm birth... Am J Obstet Gynecol 2016; 215(5): 561-71

Schwangerschaftskomplikationen
Ältere Schwangere: Risiko per se?

Das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie beispielsweise Hypertonie oder Frühgeburtlichkeit steigt mit höherem Alter der Schwangeren. Ist das Alter dabei ein unabhängiger Risikofaktor?

Quelle: Fitzpatrick KE et al.: Pregnancy at very advanced maternal age ... BJOG 2016; 124: 1097-106

Kaiserschnittrate
Die Kurve flacht ab

In industrialisierten Ländern kommen zu viele Kinder per Sectio zur Welt, moniert die WHO immer wieder. Nun wurden die weltweiten Trends bzgl. der Kaiserschnittrate aktualisiert, und man sah, dass heutzutage die Rate in den meisten untersuchten Ländern langsamer ansteigt.

Quelle: Declercq E et al.: The plateauing of cesarean rates in ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 322-3

Fetale Zika-Infektion
Hirnschädigung auch ohne Mikrozephalie

Dass zwischen einer Zika-Infektion in der Schwangerschaft und fetaler Mikrozephalie ein kausaler Zusammenhang besteht, gilt mittlerweile als gesichert. Eine Infektion und mögliche ZNS-Schädigungen des Kindes nachzuweisen, ist jedoch nicht immer einfach.

Quelle: Eppes C et al.: Testing for Zika virus infection in pregnancy: key concepts to deal with an emerging epidemic. Am J Obstet Gynecol 2017; 2136: 209-25

Evidenzbasiertes Management
Was tun gegen Blasenschmerzen?

Ein Expertenkomitee des Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG) veröffentlichte Leitlinien zur Diagnose und Therapie des Harnblasenschmerzsyndroms.

Quelle: Tirlapur SA et al.: Management of bladder pain syndrome. BJOG 2016; 124: e46–e72

Transdermale Östrogentherapie
Eindeutig effektiver Knochenschutz

Die verminderten Östrogenspiegel in der Menopause sorgen dafür, dass das Risiko für Osteoporose und Frakturen steigt. Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann diesem Risiko entgegenwirken. Ob dabei transdermale Östrogenpräparate einen Vorteil aufweisen, untersuchte eine Metaanalyse.

Quelle: Abdi F et al.: The effects of transdermal estrogen delivery ... Iran J Pharm Res 2017; 16(1): 380-9

Seit Jahrhunderten bekannt, immer noch nicht besiegt
Die Syphilis ist ein weltweites Problem

Die Infektion durch Treponema pallidum ist in unterentwickelten Ländern endemisch, in Industrienationen relativ selten. Die Behandlungsprinzipien sind seit Dekaden etabliert, dennoch kann die Therapie eine Herausforderung sein.

Quelle: Hook 3rd EW: Syphilis. Lancet 2017; 389: 1550-7

Wissen über Menopause
Männer schulen, Frauen profitieren

Die sexuelle Zufriedenheit ist ein wichtiger Parameter innerhalb einer Partnerschaft. Perimenopausal bedingt kommt es bei Frauen zu hormonellen Veränderungen, die die Partnerschaft belasten können. In einer Studie wurde nun untersucht, ob es sich lohnt, nicht nur die Frau selbst, sondern auch ihren Partner zum Thema „Menopause“ zu schulen.

Quelle: Yoshany N et al.: The effect of husbands‘ education regarding menopausal health ... J Menopausal Med 2017; 23: 15-24

Perimenopausaler Eisenmangel
Viele Symptome – leicht behandelbar

Eisenmangel (EM) stellt ein relevantes Ernährungsproblem dar, auch in Westeuropa. Insbesondere Frauen zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr (menopausale Transition) sind vom EM und der daraus resultierenden Eisenmangelanämie (EMA) betroffen. Häufig werden die (unspezifischen) Symptome nicht korrekt gedeutet – damit vertut man die Chance, betroffene Frauen zu therapieren und ihre Lebensqualität zu bessern.

Quelle: Firquet A et al.: Forty to fifty-five-year-old women and iron deficiency: clinical considerations and quality of life. Gynecol Endocrinol 2017; Mar 28: 1-7

CAVE: Teratogenes Potenzial
Kein Pregabalin bei Schwangeren?

Vor knapp einem Jahr wurde erstmals eine Studie zu einem erhöhten teratogenen Potenzial von Pregabalin veröffentlicht. Jetzt fassten zwei US-Neurologen die Studienevidenz zusammen – und auch sie warnen vor dem Einsatz bei schwangeren Frauen.

Quelle: Jutzeler CR et al.: Journal Club: Pregnancy outcome following maternal exposure to pregabalin may call for concern. Neurology 2017; 88(1): e5-e7 [Epub 3. Jan.; doi: 10.1212/WNL.0000000000003458];

Winterfeld U et al.: Pregnancy outcome following maternal exposure to pregabalin may call for concern. Neurology 2016; 14; 86(24): 2251-7

Nikotin und Amine in Vaginalflora
Mehr bakt. Vaginose bei Raucherinnen

Rauchen ist dosisabhängig mit einem erhöhten Risiko für bakterielle Vaginosen (BV) assoziiert. Aber Nikotinkonsum verändert darüber hinaus den Stoffwechsel der Vaginalflora auch direkt.

Quelle: Borgogna J-L et al.: Cigarette smoking is associated with an altered metabolomic profile of the vaginal environment. 43. Jahrestagung der IDSOG (Infectious Diseases Society for Obstetrics and Gynecology), 2016, Annapolis (MD), USA

Adipöse Mütter
Übergewicht steigert Risiko für Zerebralparesen

Maternale Adipositas ist assoziiert mit einem erhöhten Risiko für geburtshilfliche Komplikationen. Ob sich das auch auf das Risiko einer Zerebralparese auswirkt, untersuchten Wissenschaftler anhand der Geburtenregister in Schweden.

Quelle: Villamor E et al.: Association between maternal body mass index ... JAMA 2017; 317: 925-36

Versorgung von Schwangeren
Zu oft sinnlos in die Notaufnahme?

Schwangere suchen generell häufiger als Nicht-Schwangere die Krankenhaus-Notaufnahme auf. Den Ursachen versuchte man nun in den USA auf den Grund zu gehen.

Quelle: Kilfoyle KA et al.: Nonurgent and urgent emergency ... Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 181.e1-7

Langwirksame Kontrazeptiva
Pille gewünscht, Spirale bekommen – trotzdem zufrieden

IUD und subdermale Implantate bieten sicheren Kontrazeptionsschutz und erfreuen sich bei den Anwenderinnen langfristig hoher Akzeptanz – auch dann, wenn sich die Patientin ursprünglich für eine kurzwirksame Methode entschieden hatte.

Quelle: Hubacher D et al.: Long-acting reversible contraceptive acceptability and unintended pregnancy among women presenting for short-acting methods: a randomized patient preference trial. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 101-9

Das optimale Schwangerschaftsintervall erreichen
Postpartale Kontrazeption und Einfluss auf das Stillen

Eine postpartale Kontrazeption kann Frauen dabei unterstützen, das gewünschte und/ oder empfohlene Schwangerschaftsintervall (IPI, interpregnancy interval) zu erreichen. Das ist neben der Familienplanung auch deshalb wichtig, da ein zu kurzes IPI mit negativem Kinds- und mütterlichem Outcome assoziiert ist. Aber es stehen stets auch Bedenken im Raum, einer stillenden Frau hormonelle Kontrazeptiva zu verabreichen. In einer aktuellen Übersichtsarbeit wurden die verfügbaren Daten dazu zusammengefasst, und die – teils kontroversen – Empfehlungen dargestellt.

Quelle: Sridhar A, Salcedo J: Optimizing maternal and neonatal outcomes with postpartum contraception: impact on breastfeeding and birth spacing. Matern Health Neonatol Perinatol 2017; 3:1

Sexuell übertragbare Erkrankungen
Mögliche Infektionsfolge: Infertilität

Tubare Infertilität ist häufig eine Folge unbehandelter Infektionen des oberen Genitaltrakts. Schuld sind in erster Linie Chlamydien und Gonokokken, aber auch andere sexuell übertragbare Erreger.

Quelle: Tsevat DG et al.: Sexually transmitted diseases and infertility. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 1-9

Warum die Vaginalflora ist wie sie ist
Tausendsassa Laktobazillus

Die Vaginalflora von Frauen im reproduktionsfähigen Alter wird vowiegend von Laktobazillen gebildet. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es dafür viele gute Gründe: Die Besiedlung mit Laktobazillen hat verblüffend facettenreiche Effekte auf den Wirt.

Quelle: Witkin SS, Linhares IM: Why do lactobacilli dominate the human vag. microbiota? BJOG 2017; 124: 606-11

Hormonersatztherapie
Mehr Brustkrebs, aber weniger Todesfälle

Zahlreiche Studien belegen, dass eine kombinierte Hormonersatztherapie das Mammakarzinomrisiko erhöht, eine Östrogen-Monotherapie dagegen nicht. Unklar war bisher, wie sich das auf das Sterberisiko auswirkt.

Quelle: Mikkola TS et al.: Reduced risk of breast cancer mortality in women using postmenopausal hormone therapy: a Finnish nationwide comparative study. Menopause 2016; 23: 1199-1203

Evidenzbasiertes Stufenschema
Schweres Schwangerschaftserbrechen

Übelkeit und Erbrechen während einer Schwangerschaft betreffen bis zu 85% aller Schwangeren. Bis zu 3% leiden unter der schwersten Form, der Hyperemesis gravidarum. In einer umfangreichen Metaanalyse wurden nun die aktuellen Therapieoptionen – medikamentöse und nicht medikamentöse – zusammengetragen.

Quelle: McParlin C et al.: Treatments for hyperemesis gravidarum and nausea and vomiting in pregnancy. JAMA 2016; 316: 1392-1401

GFI Der Medizin-Verlag

Anschrift

GFI. Gesellschaft für medizinische Information mbH
Paul-Wassermann-Straße 15
81829 München

Telefon: +49 89 4366300
Fax: +49 89 436630210
E-Mail: info@gfi-online.de

Copyright © 2017, GFI | AGB | Sicherheit und Datenschutz | Impressum