Gynäkologie

CAVE: Teratogenes Potenzial
Kein Pregabalin bei Schwangeren?

Vor knapp einem Jahr wurde erstmals eine Studie zu einem erhöhten teratogenen Potenzial von Pregabalin veröffentlicht. Jetzt fassten zwei US-Neurologen die Studienevidenz zusammen – und auch sie warnen vor dem Einsatz bei schwangeren Frauen.

Quelle: Jutzeler CR et al.: Journal Club: Pregnancy outcome following maternal exposure to pregabalin may call for concern. Neurology 2017; 88(1): e5-e7 [Epub 3. Jan.; doi: 10.1212/WNL.0000000000003458];

Winterfeld U et al.: Pregnancy outcome following maternal exposure to pregabalin may call for concern. Neurology 2016; 14; 86(24): 2251-7

Evidenzbasiertes Stufenschema
Schweres Schwangerschaftserbrechen

Übelkeit und Erbrechen während einer Schwangerschaft betreffen bis zu 85% aller Schwangeren. Bis zu 3% leiden unter der schwersten Form, der Hyperemesis gravidarum. In einer umfangreichen Metaanalyse wurden nun die aktuellen Therapieoptionen – medikamentöse und nicht medikamentöse – zusammengetragen.

Quelle: McParlin C et al.: Treatments for hyperemesis gravidarum and nausea and vomiting in pregnancy. JAMA 2016; 316: 1392-1401

Menses nach Tumortherapie
Schnell oder gar nicht

Welche Auswirkungen die Krebstherapie auf die Fertilität hat, ist noch nicht völlig klar. Eine US-amerikanische Studie wollte herausfinden, welche Faktoren eine Amenorrhoe nach einer Tumortherapie beeinflussen.

Quelle: Jacobson MH et al.: Menses resumption after cancer treatment-induced amenorrhea occurs early or not at all. Fertil Steril 2016; 105: 765-72

Infektion mit Hepatitis-B-Viren (HBV)
Die Mutter-Kind-Transmission stoppen

Die perinatale Übertragung des Hepatitis-B-Virus ist global die Hauptursache für chronische HBV-Infektionen. Die US-amerikanische „Society for Maternal-Fetal Medicine“ (SMFM) fasste den aktuellen Wissensstand zur Risikominimierung zusammen.

Quelle: Dionne-Odom J et al.: Hepatitis B in pregnancy screening, treatment, and prevention of vertical transmission. Am J Obstet Gynecol 2016; 214: 6-14

Schneller Nikotinverzicht ...
... schützt vor Frühgeburt

Dass Rauchen in der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schadet, ist bekannt. US-amerikanische Forscher wiesen jetzt nach, dass das Frühgeburtsrisiko entscheidend davon abhängt, wann die werdende Mutter den Zigaretten abschwört.

Quelle: Moore E et al.: Relationship of trimester-specific smoking patterns and risk of preterm birth. Am J Obstet Gynecol 2016; 215: 109.e1-6

Postmenopausale Frakturen
Welche Prophylaxe bringt am meisten?

Zur Vorbeugung von Frakturen bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose stehen verschiedene Pharmaka zur Verfügung. Es mangelt allerdings an Head-to-head-Vergleichen zwischen diesen Optionen.

Quelle: Zhang L et al.: Indirect comparison of teriparatide, denosumab, and oral bisphosphonates for the prevention ... Menopause 2015; 22: 1021-25

Gestationsdiabetes & Geographie
Postleitzahl entscheidet über HbA1c

Gestationsdiabetes (GDM) ist eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Ob das Risiko hierfür von der Supermarktund Fast-Food-Restaurant-Dichte in der Nachbarschaft abhängt, wurde nun in der viertgrößten US-Stadt untersucht.

Quelle: Kahr MK et al.: Geospatial analysis of food environment demonstrates associations with gestational diabetes. Am J Obstet Gynecol 2016; 214: 110.e1-9

Simulation zur Familienplanung
Wann für wie viele Kinder starten?

In Europa wünschen sich junge Menschen im Schnitt 2,2 Kinder. Der Terminus „fertility gap“ (Fertilitäts-Lücke) bezeichnet, um wie viele Kinder die tatsächlich im Leben erreichte Anzahl von der initial gewünschten abweicht (in Deutschland 0,28). Nun berechnete man anhand einer aufwändigen Simulation, in welchem Alter ein Paar mit dem Kinderkriegen anfangen sollte, um auf die gewünschte Kinderzahl zu kommen.

Quelle: Habbema JDF et al.: Realizing a desired family size: when should couples start? Hum Reprod 2015; 30(9): 2215-21

Geringe Insulinsensitivität
Erhöhtes Risiko bei früher Menarche

Im Durchschnitt haben dicke Mädchen früher ihre Menarche als schlanke. Mädchen mit früher Menarche werden später aber auch eher dick und sind eher Diabetes-gefährdet.

Quelle: Wilson DA et al.: Earlier menarche is associated with lower insulin sensitivity and increased adiposity in young adult women. PLoS One 2015; 10(6): e0128427

Schwangere mit Zöliakie
Weniger Frühgeburten durch glutenfreie Diät

Schwangere, die an Zöliakie leiden, haben ein höheres Risiko für Frühgeburten. Dass der Verzicht auf Gluten das Risiko senken kann, belegte nun eine große Metaanalyse.

Quelle: Saccone G et al.: Am J Obstet Gynecol 2016; 214: 225-34

Hormonelle Kontrazeptiva
Unterschiedliches Schmerzempfinden

Die Gesta genkomponente in den hormonellen Kontrazeptiva kann die Schmerzempfindlichkeit von Frauen verändern, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Quelle: Máximo MM et al.: Low-dose progestin-releasing contraceptives are ass. with a higher pain threshold in healthy women. Fertil Steril 2015; 104: 1182-9

Häufig vermeidbare Komplikationen
Immer noch 2,6 Millionen Totgeburten pro Jahr – und Deutschland auf Platz 12

2011 hatte eine Lancet-Artikelserie zum Thema Totgeburten für viel Aufsehen gesorgt. Ein internationales Expertengremium forderte damals umfangreiche Maßnahmenbündel, um die Zahl der Totgeburten weltweit zu senken. Ein Update zeigt: Noch immer ist der Handlungsbedarf groß – auch in den Industrienationen.

Quelle: Frøen JF et al.: Stillbirths: progress and unfinished business. Lancet 2016; 387: 574-86; Lawn JE et al.: Stillbirths: rates, risk factors, and acceleration towards 2030. Ebd. 587-603 ; Flenady V et al.: Stillbirths: recall to action in high-income countries. Ebd. 691- 702

Unkomplizierte Blasenentzündung
Ibuprofen statt Antibiotikum?

Trotz zunehmender Resistenzbildung des Haupterregers E. coli werden in vielen Leitlinien nach wie vor Antibiotika zur First-line-Therapie von unkomplizierten Blasenentzündungen empfohlen. Könnte Ibuprofen eine sinnvolle Alternative sein?

Quelle: Gágyor I et al.: Ibuprofen versus fosfomycin for uncomplicated urinary tract infection in women: randomised controlled trial. BMJ 2015; 351: h6544

Nikotinkonsum in der Schwangerschaft
Vitamine statt Rauchstopp?

Rauchen während der Schwangerschaft ist einer der größten bekannten Risikofaktoren für intrauterine Wachstumsrestriktion und diverse andere fetale Komplikationen. Einem Teil davon kann möglichweise eine Supplementation der Vitamine C und E entgegenwirken.

Quelle: Abramovici A et al.: Prenatal vitamin C and E supplementation ... BJOG 2015; 122: 1740-7

Vaginalmykose
Mehr Spontanaborte durch Fluconazol

Bei einer Scheidenpilzinfektion in der Schwangerschaft gelten topische Azol- Anti mykotika als Therapie der ersten Wahl. In schweren oder rezidivierenden Fällen wird gelegentlich jedoch auch orales Fluconazol eingesetzt. Dadurch kann das Fehlgeburtsrisiko steigen.

Quelle: Mølgaard-Nielsen D et al.: Association between use of oral fluconazole ... JAMA 2016; 315: 58-67

Schwangerschaftsdiabetes
Zuckerkrank durch Kartoffeln?

Kartoffeln enthalten viel Vitamin C, Kalium, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe – aber auch viel schnell resorbierbare Stärke. Möglicherweise erhöht ein hoher Kartoffelkonsum dadurch das Risiko für Gestationsdiabetes.

Quelle: Bao W et al.: Prepregnancy potato consumption and risk of gestational diabetes mellitus: prospective cohort study. BMJ 2016; doi: 10.1136/bmj.h6898

Schwangerschaft verzögern
Weniger Frühchen durch postpartale Verhütung

Mehrere Studien belegen, dass die Optimierung des zeitlichen Abstands zwischen zwei Schwangerschaften das Frühgeburtsrisiko senkt. Postpartale Kontrazeptionsberatung könnte dazu beitragen.

Quelle: Rodriguez MI et al.: The impact of postpartum contraception on reducing preterm birth: findings from California. Am J Obstet Gynecol 2015; 213: 703.e1-6

Mangelnde Adhärenz
Jede dritte Frau ohne durchgehenden Konzeptionsschutz

Knapp die Hälfte aller ungeplanten Schwangerschaften treten trotz Verhütung ein. Ursache ist oft eine Unterbrechung oder ein Wechsel der Kontrazeptionsmethode. Britische Wissenschaftler untersuchten, wie häufig und weshalb das vorkommt.

Quelle: Wellings K et al.: Stopping and switching contraceptive methods: findings from Contessa, a prospective longitudinal study of women of reproductive age in England. Contraception 2015; 91: 57-66

Schwangere: Reisen in Risikogebiete vermeiden
Zika-Virus-Ausbruch

Wegen des möglichen Zusammenhangs einer Zika-Virus-Infektion in der Schwangerschaft und einer Mikroenzephalie des Neugeborenen sollten Schwangere derzeit auf Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Virus-Ausbrüchen verzichten.

Quelle: Pressemitteilung des CRM, Centrum für Reisemedizin, Stuttgart, vom 15. 1.2016

Neue Leitlinie zur Menopause
Hormontherapie bleibt Maß der Dinge

Das britische National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hat erstmals Empfehlungen zur Diagnose und zum Management von Patientinnen in der Menopause herausgegeben, basierend auf der bestmöglichen Evidenz und Expertenkonsens.

Quelle: Sarri G et al.: Diagnosis and management of menopause: summary of NICE guidance. BMJ 2015; doi: 10.1136/bmj.h5746

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